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D Day und der Imperialismus

Die Bilder sind KI-generiert und haben Symbolcharakter – nicht mehr und nicht weniger. Man muss schon sagen: Die herrschende Geschichtsschreibung

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03 Mai 2026 • Autor

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Die Bilder sind KI-generiert und haben Symbolcharakter – nicht mehr und nicht weniger.

Man muss schon sagen: Die herrschende Geschichtsschreibung hat ein Talent dafür, die Dinge auf den Kopf zu stellen. Ausgerechnet jene Kräfte, die den Faschismus politisch ermöglicht, ökonomisch gefüttert und strategisch gelenkt haben, inszenieren sich heute als seine größten Bezwinger. Und der D-Day wird dabei zum sakralen Mythos erhoben – als hätte ein Strand in der Normandie mehr Gewicht gehabt als die Millionen Gräber zwischen Stalingrad und Berlin.

Schauen wir nüchtern drauf, nicht mit Pathos, sondern mit Klassenanalyse.

Der Faschismus in Deutschland war kein Betriebsunfall der Geschichte. Er war das Produkt einer kapitalistischen Ordnung in der Krise. Die Monopolbourgeoisie brauchte ein Instrument, um ihre Profite zu sichern, die Arbeiterbewegung zu zerschlagen und neue Märkte gewaltsam zu erschließen. Genau hier kommt der internationale Kontext ins Spiel: Die westlichen Imperialisten haben Hitler nicht „übersehen“ – sie haben ihn gebraucht.

Die Politik von London, Paris und Washington war keine Naivität, sondern Kalkül. Aufrüstung, Vertragsbrüche, Expansion – all das wurde toleriert oder direkt unterstützt. Warum? Weil das strategische Ziel klar war: den deutschen Imperialismus nach Osten zu lenken, gegen die Sowjetunion, gegen den ersten sozialistischen Staat. Diese Linie zieht sich durch die 30er Jahre wie ein roter Faden – vom Münchner Abkommen bis zur systematischen Verzögerung einer zweiten Front.

Das ist kein Zufall, das ist Klassenpolitik.

Der sogenannte „Antikominternpakt“ war offen antisowjetisch, und trotzdem regte sich im Westen kaum Widerstand. Im Gegenteil: Man hoffte, dass sich die faschistische Aggression und die sozialistische Alternative gegenseitig zerfleischen würden. Diese Logik entspricht exakt dem, was marxistisch-leninistische Analyse seit jeher sagt: Imperialistische Mächte handeln nicht moralisch, sondern im Interesse ihrer ökonomischen Basis.

Und dann kommt der Krieg.

Während die westlichen Mächte abwarteten, trug die Sowjetunion die Hauptlast des Kampfes. Nicht ein bisschen, nicht symbolisch – sondern existenziell. Über 20 Millionen Tote, zerstörte Städte, verbrannte Erde. Der deutsche Vernichtungskrieg im Osten war kein „normaler“ Krieg, sondern ein Klassen- und Rassenkrieg gegen den Sozialismus.

Und trotzdem hielt die Sowjetunion stand. Mehr noch: Sie drehte den Krieg.

Stalingrad, Kursk, die großen Offensiven von 1944 – das waren keine Randereignisse. Das war der militärische Kern der Niederlage des Faschismus. Wer hier von „gleichwertigen Beiträgen“ spricht, verschleiert bewusst die Realität. Selbst bürgerliche Zahlen zeigen, dass der Großteil der deutschen Verluste an der Ostfront stattfand.

Der D-Day? Militärisch relevant, ja. Aber entscheidend? Nein.

Er kam zu einem Zeitpunkt, als die Wehrmacht bereits strategisch geschlagen war. Die zweite Front wurde nicht eröffnet, um den Faschismus zu besiegen – sondern um den Sieg der Sowjetunion zu begrenzen. Es ging um Einflusszonen, um die Nachkriegsordnung, um die Frage: Wer bestimmt Europa?

Das erklärt auch die Geschwindigkeit, mit der die westlichen Truppen vorrückten – oft ohne ernsthaften Widerstand. Während im Osten bis zum letzten Blutstropfen gekämpft wurde, öffneten sich im Westen plötzlich Räume. Zufall? Wohl kaum.

Und nach 1945 setzt sich diese Linie fort.

Die Sowjetunion organisiert in ihrer Besatzungszone die Entmachtung der Großgrundbesitzer, die Enteignung der Monopole, den Aufbau einer antifaschistisch-demokratischen Ordnung. Im Westen dagegen bleiben die ökonomischen Strukturen weitgehend unangetastet. Alte Eliten kehren zurück, neue Machtblöcke entstehen – diesmal unter amerikanischer Führung.

Das ist kein „Fehler“, das ist System.

Denn Faschismus ist nicht einfach eine Ideologie, die man militärisch besiegt und dann ist Schluss. Er ist eine mögliche Herrschaftsform des Kapitals in der Krise. Wer die ökonomische Basis nicht antastet, lässt die Tür offen für seine Wiederkehr.

Genau deshalb ist die Erinnerungspolitik heute so umkämpft. Wenn man den Anteil der Sowjetunion kleinredet, relativiert man nicht nur Geschichte – man delegitimiert auch die Möglichkeit einer sozialistischen Alternative. 

Die „Stalinfrage“, wie es in euren Materialien heißt, ist eben keine akademische Debatte. Sie ist ein Schlachtfeld im ideologischen Klassenkampf.  Wer den antifaschistischen Sieg entpolitisiert, wer ihn auf militärische Manöver reduziert, der verschleiert die Rolle der gesellschaftlichen Systeme dahinter.

Und genau hier liegt der Kern: Der Sieg über den Faschismus war nicht nur ein militärischer, sondern ein sozialer und politischer Sieg. Ein Sieg eines Systems, das in der Lage war, die Ressourcen der Gesellschaft planmäßig zu mobilisieren und die Massen zu organisieren.

Oder anders gesagt: Ohne Sozialismus kein Stalingrad. Ohne Stalingrad kein 8. Mai.

Wer heute also den D-Day feiert und gleichzeitig die Rolle der Sowjetunion relativiert, betreibt keine Erinnerung – sondern Ideologie. Und zwar die Ideologie derer, die damals wie heute Angst vor einer Welt haben, in der nicht das Kapital, sondern die Arbeiterklasse das letzte Wort hat.

Schlagworte: Geschichtsrevisionismus Geschichtsverfälschung Europa gegen Russland

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