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Die Welt bereitet sich auf den großen Krieg vor.

Wer bereitet den Frieden vor? Vorräte anlegen. Schutzräume

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28 Oktober 2026 • Autor

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Das Bild ist KI-generiert und haben Symbolcharakter – nicht mehr und nicht weniger.

Wer bereitet den Frieden vor?

Vorräte anlegen. Schutzräume vorbereiten. Infrastruktur sichern. Den Ausfall von Strom, Kommunikation und Versorgung durchspielen. Es ist vernünftig, Menschen vor Katastrophen zu schützen. Doch bei all den Vorbereitungen drängt sich eine Frage auf: Wo bleibt der politische Einsatz, der verhindern soll, dass die Katastrophe überhaupt eintritt? Wir dürfen uns daran gewöhnen, einen Notvorrat im Schrank zu haben. Wir dürfen uns niemals daran gewöhnen, Krieg für unvermeidlich zu halten. Ein Erdbeben lässt sich nicht durch Verhandlungen verhindern. Ein Krieg entsteht durch menschliches Handeln: durch Entscheidungen, Herrschaftsansprüche, Aggression und Eskalation. Deshalb müssen wir über Verantwortung sprechen. Konkret, überprüfbar und ohne die bequeme Behauptung, am Ende seien ohnehin alle gleichermaßen schuld. Wer greift andere Länder an? Wer verletzt ihre Souveränität? Wer blockiert diplomatische Auswege? Wer erklärt militärische Überlegenheit zum Ersatz für politische Verständigung? Und wer gewinnt Einfluss, wenn Aufrüstung zur dauerhaften Staatsaufgabe wird? Die Antworten unterscheiden sich von Konflikt zu Konflikt. Gerade deshalb brauchen wir Aufklärung statt Feindbilder, die jede weitere Nachfrage erledigen sollen. Aus politisch-ökonomischer Sicht reicht es allerdings nicht, nur auf die Absichten einzelner Regierungen zu schauen. Wir müssen auch die Eigentums- und Machtverhältnisse untersuchen, innerhalb derer sie handeln. Wo wirtschaftliche Macht sich konzentriert, wächst die Möglichkeit, politische Prioritäten zu beeinflussen. Wo Staaten um Rohstoffe, Absatzmärkte, Transportwege und technologische Vorherrschaft konkurrieren, können wirtschaftliche Rivalitäten militärisch verschärft werden. Das ist der entscheidende Gehalt einer marxistischen Imperialismuskritik: Sie fragt nach den materiellen Interessen hinter der Sprache von Sicherheit, Freiheit und nationaler Größe. Sie ersetzt die Untersuchung des einzelnen Konflikts nicht. Sie macht diese Untersuchung notwendiger. Wer an Waffen verdient, hat einen wirtschaftlichen Anreiz für zusätzliche Rüstungsaufträge. Daraus folgt noch nicht, dass er jeden Krieg verursacht. Es folgt aber sehr wohl, dass seine Interessen demokratisch kontrolliert werden müssen. Unternehmensgewinne sind kein Maßstab für gesellschaftliche Sicherheit. Die Beschäftigten in einem Rüstungsbetrieb sind dabei nicht unsere Gegner. Auch sie brauchen Einkommen, Sicherheit und eine Zukunft. Eine ernsthafte Friedenspolitik muss deshalb industrielle Umstellung organisieren: mit Investitionen, Qualifizierung und verlässlichen Arbeitsplätzen. Wer Abrüstung fordert, muss den Menschen eine Perspektive geben. Ebenso wenig darf Friedenspolitik die Menschen alleinlassen, die einem Angriff ausgesetzt sind. Ihr Recht auf Schutz und Selbstbestimmung gehört ins Zentrum. Doch gerade dieses Recht verlangt eine Politik, die neben unmittelbarer Sicherheit auch Wege zur Beendigung der Gewalt eröffnet. Mich beunruhigt eine öffentliche Debatte, in der militärische Szenarien bis ins Einzelne ausgemalt werden, während diplomatische Möglichkeiten oft abstrakt bleiben. Welche Verhandlungen werden angestrebt? Welche überprüfbaren Vereinbarungen könnten Gefahren verringern? Welche Schritte könnten Rüstung begrenzen? Wer übernimmt dafür politische Verantwortung? Darauf haben wir Anspruch auf Antworten. Denn Sicherheit umfasst mehr als Waffen und Schutzräume. Sie braucht Krankenhäuser, eine verlässliche Energieversorgung, bezahlbare Lebensmittel und öffentliche Institutionen, denen Menschen vertrauen können. Wenn Transportwege, Stromversorgung und Ernten gleichzeitig unter Druck geraten, trifft das diejenigen am härtesten, die schon im Alltag kaum Reserven haben. Die Klassenfrage verschwindet im Krieg nicht. Sie verschärft sich: Wer verfügt über Ausweichmöglichkeiten? Wer verliert seine Existenz? Wer wird eingezogen? Wer entscheidet darüber? Deshalb müssen wir die Strukturen verändern, die militärische Eskalation begünstigen: wirtschaftliche Machtkonzentration, undurchsichtige Einflussnahme, mangelnde parlamentarische Kontrolle und eine Weltwirtschaft, in der Abhängigkeiten als Druckmittel dienen. Dazu gehören offengelegte Rüstungslobbykontakte, wirksame Kontrolle von Waffenexporten und eine öffentliche Auseinandersetzung über militärische Ziele und ihre Kosten. Dazu gehören ebenso Diplomatie, Rüstungskontrolle und internationale Zusammenarbeit, die auch dann weiterarbeitet, wenn die Beziehungen schwierig sind.

Wie viel Zivilisation wollen wir noch aufs Spiel setzen, bevor wir den Frieden zur politischen Priorität machen? Künftige Generationen werden mit den Folgen unserer Entscheidungen leben müssen. Ihnen schulden wir mehr als gut gefüllte Vorratskammern und sorgfältig ausgearbeitete Evakuierungspläne. Wir schulden ihnen den Mut, Krieg zu verhindern. Möge die Nachwelt einmal sagen können: Sie kannten die Gefahr. Sie haben Verantwortung übernommen. Und sie haben sich für das Leben entschieden.

Schlagworte: Imperialismus Faschistische Kriegsvorbereitung

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