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Erwacht Deutschland schon wieder?

Symbolbild:KI generiert Der neue Nationalismus – und warum er kein Zufall ist „Vergangenheitsbewältigung“ – oder organisierte

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11 April 2026 • Autor

enter image description here Symbolbild:KI generiert

Der neue Nationalismus – und warum er kein Zufall ist „Vergangenheitsbewältigung“ – oder organisierte Selbstentlastung Die Bundesrepublik erzählt sich gern eine beruhigende Geschichte. Eine Geschichte von „Aufarbeitung“, von „historischer Verantwortung“, von einem Deutschland, das aus seiner Vergangenheit gelernt habe. Gedenkstunden, Mahnmale, Schulbücher – alles ordentlich, alles moralisch abgesichert. Aber diese Geschichte hat einen entscheidenden Fehler:

Sie erklärt nichts. Denn was wird eigentlich aufgearbeitet? Ein paar Täter. Ein paar „Verirrungen“. Ein moralischer Absturz. Was nicht aufgearbeitet wird, ist entscheidend: Die Rolle des Kapitals. Die Interessen der herrschenden Klasse. Die materielle Grundlage des Faschismus. Stattdessen wird der Faschismus entpolitisiert. Er erscheint als Werk „Hitlers und seiner Clique“. Genau diese Personalisierung verschleiert den Kern: Der Faschismus war keine Privatveranstaltung, sondern ein Herrschaftsinstrument des deutschen Finanzkapitals . Das Ergebnis dieser Erinnerungspolitik ist bequem: Das System bleibt unschuldig. Die Vergangenheit wird entschärft. Die Gegenwart bleibt unangetastet.

Kein Bruch, sondern Umbau Wer den heutigen Nationalismus verstehen will, muss bei 1945 anfangen. Ja, der faschistische Staat wurde militärisch zerschlagen. Aber die entscheidende Frage lautet: Was blieb bestehen? Die ökonomische Macht der großen Konzerne. Die Eigentumsverhältnisse. Die Klassenstruktur. Die Bundesrepublik entstand nicht als Bruch mit dem Kapitalismus – sondern als seine Neuorganisation. Und genau das wird bis heute verschleiert. Wie selbst kritische Analysen festhalten, wird systematisch der Eindruck erzeugt, das heutige Deutschland habe „nichts mehr“ mit dem alten zu tun – während gleichzeitig nationale Traditionen gepflegt werden . Ein doppeltes Spiel: Vergessen, wo es gefährlich wird. Erinnern, wo es nützt.

Krise und Nationalismus – ein altes Bündnis Warum kommt der Nationalismus gerade jetzt zurück? Weil das System unter Druck steht. •wirtschaftliche Unsicherheit •geopolitische Konflikte •soziale Spaltung Das sind keine Ausnahmen. Das sind normale Erscheinungen eines kapitalistischen Systems in der Krise. Und genau in solchen Situationen braucht die herrschende Klasse ein Mittel, um die Gesellschaft zu stabilisieren. Nationalismus erfüllt diese Funktion perfekt. Nicht „oben gegen unten“ – sondern „wir gegen die anderen“.

Imperialismus als Grundlage Deutschland ist keine neutrale Wirtschaftsnation. Es ist eine imperialistische Macht. Das heißt: •Exportabhängigkeit •Konkurrenz um Märkte •politische Einflussnahme weltweit Diese Interessen müssen durchgesetzt werden. Und dafür braucht es ideologische Rechtfertigung. Der Nationalismus liefert sie. „Verantwortung übernehmen“ heißt dann: eigene Interessen durchsetzen. „Sicherheit gewährleisten“ heißt: militärisch aufrüsten. Das Ganze klingt vernünftig – ist aber knallharte Machtpolitik.

Antikommunismus als Absicherung Damit das funktioniert, muss jede Alternative diskreditiert werden. Deshalb die permanente Hetze gegen Sozialismus, gegen die Sowjetunion, gegen die DDR. Diese Kampagne hat eine klare Funktion: Sie soll verhindern, dass Menschen überhaupt auf die Idee kommen, dass es eine Alternative geben könnte. Die Geschichtsschreibung ist selbst Teil des ideologischen Kampfes. Die Vergangenheit wird nicht neutral erzählt – sie wird politisch genutzt.

Der neue Nationalismus ist leise – und genau deshalb gefährlich Der heutige Nationalismus kommt nicht mit Parolen von gestern. Er kommt als: •„Realpolitik“ •„Standortdenken“ •„Verantwortung in der Welt“ Gerade deshalb ist er so wirksam. Er spricht nicht nur Rechte an. Er wirkt bis in liberale und linke Milieus hinein. Plötzlich geht es nicht mehr um Klassenverhältnisse – sondern um „Deutschland im Wettbewerb“. Und damit ist die ideologische Verschiebung vollzogen.

Die eigentliche Gefahr Faschismus ist keine Vergangenheit. Er ist eine Möglichkeit. Nicht als Kopie von 1933 – sondern als logische Zuspitzung. Wenn die Krise sich verschärft, wenn die Kontrolle mit demokratischen Mitteln bröckelt, wenn die Interessen der herrschenden Klasse ernsthaft bedroht sind – dann kann das System härter werden. Nicht zwangsläufig. Aber möglich. Und genau deshalb ist die offizielle Erinnerungspolitik so gefährlich: Weil sie diese Möglichkeit unsichtbar macht.

Fazit Der neue deutsche Nationalismus ist kein Zufall. Er ist das Produkt eines Systems, das in der Krise nach Stabilität sucht – und sie im Nationalismus findet. Und solange die Ursachen bestehen bleiben, wird auch dieses Muster immer wieder auftauchen. In neuer Form. Mit neuen Worten. Aber mit derselben Funktion. Oder klar gesagt:

Wer den Nationalismus bekämpfen will, darf nicht bei den Symptomen stehen bleiben. Er muss das System angreifen, das ihn hervorbringt.

Schlagworte: Faschismus Faschistische Kriegsvorbereitung

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