Deutschland im Dauerkrisenmodus
Symbolbild: KI generiert – und warum der Kapitalismus daran schuld ist Deutschland wirkt heute wie ein Land im permanenten Ausnahmezustand. Kaum
Symbolbild: KI generiert
– und warum der Kapitalismus daran schuld ist
Deutschland wirkt heute wie ein Land im permanenten Ausnahmezustand. Kaum ist eine Krise halbwegs verdaut, rollt die nächste heran: Finanz- und Wirtschaftskrisen, Migrationsdebatten, Pandemie, Ukrainekrieg, Gaza, neue militärische Eskalationen im Nahen Osten. Gleichzeitig wächst die Angst vor sozialem Abstieg, steigenden Preisen und unsicheren Arbeitsplätzen. Viele Menschen spüren: So wie bisher kann es nicht weitergehen.
Doch die herrschende Politik tut so, als seien diese Krisen Naturkatastrophen. Mal ist es ein Virus, mal ein „autoritärer Gegner“, mal angeblich unberechenbare Migration. Der entscheidende Punkt wird verschwiegen: Diese Dauerkrise ist kein Zufall. Sie ist Ausdruck eines Systems, das selbst zur Krise geworden ist – des kapitalistischen Imperialismus.
Die Sanktionen gegen Russland, die Aufrüstungsspirale, die zunehmende Militarisierung der Außenpolitik – all das wird als „Verteidigung der Werte“ verkauft. In Wirklichkeit zahlt die arbeitende Bevölkerung die Rechnung. Energiepreise steigen, Industriearbeitsplätze geraten unter Druck, während Konzerne und Rüstungsindustrie neue Rekordprofite feiern. Der Staat reagiert darauf nicht mit sozialer Sicherheit, sondern mit mehr Repression und moralischer Spaltung.
Wer Zweifel äußert, wird schnell etikettiert: „Schwurbler“, „Extremist“, „Propagandist“. So wird jede ernsthafte Diskussion im Keim erstickt. Eine gespaltene Gesellschaft ist schließlich leichter zu regieren.
Dabei zeigt ein Blick in die Geschichte: Gesellschaften zerbrechen nicht einfach an Meinungsverschiedenheiten. Sie zerbrechen an sozialen Widersprüchen – an wachsender Ungleichheit, an Perspektivlosigkeit, an einer Politik, die den Interessen des Kapitals dient statt den Bedürfnissen der Mehrheit.
Was Deutschland heute bräuchte, ist nicht bloß ein freundlicherer Ton in Talkshows. Nötig wäre ein Bruch mit der Logik des Profits und der imperialistischen Konfrontation. Diplomatie statt Wirtschaftskrieg. Soziale Sicherheit statt Aufrüstung. Demokratische Kontrolle über Wirtschaft und Energie statt Konzernmacht.
Kurz gesagt: Die eigentliche „Rückkehr zur Vernunft“ bedeutet nicht die Rückkehr zu einer angeblich idyllischen Vergangenheit. Sie bedeutet, die Ursachen der Krise zu benennen – den Kapitalismus – und eine Gesellschaft aufzubauen, in der Produktion und Politik endlich den Bedürfnissen der arbeitenden Menschen dienen.
Denn solange Profitinteressen über dem Gemeinwohl stehen, wird jede „Normalität“ nur die Ruhe vor der nächsten Krise sein.