Warum die Linke im Ukraine-Krieg versagt hat
Symbolbild: KI generiert Man muss es so deutlich sagen: Die Linke hat im Ukraine-Krieg nicht einfach „Fehler gemacht“. Sie hat politisch versagt.
Symbolbild: KI generiert
Man muss es so deutlich sagen: Die Linke hat im Ukraine-Krieg nicht einfach „Fehler gemacht“. Sie hat politisch versagt. Und zwar nicht, weil die Lage so kompliziert wäre – sondern weil sie sich geweigert hat, die einzige entscheidende Frage zu stellen: Wer kämpft hier eigentlich – und in wessen Interesse?
Statt Klassenanalyse: Moraltheater
Was wir stattdessen bekommen haben: •„Solidarität mit der Ukraine“ •„Stoppt Putin“ •„Verteidigung der Demokratie“
Das klingt erstmal gut. Fast schon edel.
Hat nur einen Haken: Es ist exakt die Sprache der herrschenden Klasse.
Keine Analyse von NATO-Expansion. Keine Analyse von geopolitischen Interessen. Keine Analyse von Kapital und Macht.
Nur Moral. Und Moral ist im Imperialismus genau das, was Nebelmaschinen im Krieg sind: Sie verdecken die Realität. Die große Seitenwahl. Der eigentliche Bruch kam hier:
Ein großer Teil der Linken hat sich entschieden, Partei in einem imperialistischen Konflikt zu ergreifen. Nicht für die Arbeiterklasse. Nicht gegen den Krieg als System.
Sondern für einen Block gegen den anderen.
Das Ergebnis:
•Waffenlieferungen werden „kritisch begleitet“
•Sanktionen werden „zähneknirschend
akzeptiert“
•NATO-Positionen werden indirekt legitimiert
Mit anderen Worten: Die Linke ist zum Kommentator der Außenpolitik geworden. Sanktionen? „Schwierig, aber nötig“ Besonders absurd wird es bei den Sanktionen. Da wird ernsthaft argumentiert, das sei ein „milderes Mittel“.
Was tatsächlich passiert: •Energiepreise explodieren •Arbeiter zahlen die Rechnung •Wirtschaften werden zerstört
Aber statt das als Klassenfrage zu begreifen, wird diskutiert, ob das „gerechtfertigt“ ist.
Als ob Armut geopolitisch neutral wäre.
Der blinde Fleck: Imperialismus Das größte Problem ist aber tiefer: Die Linke hat den Begriff Imperialismus praktisch entsorgt. Lenin hat klar gemacht: Kapitalistische Großmächte kämpfen zwangsläufig um Einfluss, Märkte, Ressourcen.
Und was macht die heutige Linke? Sie tut so, als gäbe es: •eine „bessere“ Großmacht •einen „gerechten“ Block •einen „verteidigungswürdigen“ Imperialismus
Das ist politisch nicht nur naiv. Es ist gefährlich.
Vom Gegner zum Begleiter
Früher war klar: Die Aufgabe der Linken ist es, den eigenen Imperialismus zu bekämpfen. Heute? •Man übernimmt Narrative •Man rechtfertigt Maßnahmen •Man ordnet sich politisch unter Das ist keine Opposition mehr. Das ist Begleitmusik. Und die Konsequenz? Während die Linke diskutiert, wird Realität gemacht: •Aufrüstung wird normalisiert •Kriegswirtschaft wird aufgebaut •Gesellschaften werden militarisiert Und die Linke? Sie liefert die moralische Verpackung.
Klartext Die Linke hat im Ukraine-Krieg versagt, weil sie aufgehört hat, eine Klassenposition einzunehmen. Sie hat sich entschieden: Nicht gegen den Krieg als System zu kämpfen, sondern im Krieg Stellung zu beziehen. Damit hat sie genau das getan, was sie eigentlich bekämpfen müsste. Wer den Imperialismus nicht versteht, wird immer wieder auf der falschen Seite landen. Nicht aus bösem Willen. Sondern aus politischer Orientierungslosigkeit. Und genau das ist das eigentliche Problem.